Das Herstellen von Schalen, ohne eine Form zu benutzen, ist allein nicht möglich. Jemand muss mit einem Puntel (ich kenne nur die schwedischen Begriffe dafür) Deine gepustete Kugel, die am Ende abgeflacht wird (späterer Boden deines Gefäßes) „abnehmen“. Hier ist für den Laien etwas Glück gefragt – denn die Qualität des Puntel, die Hitze der jeweiligen Glasmengen und der Mut der agierenden Laien müssen „precis lagom“, genau richtig, eben passend, sein. Das Timing der einzelnen Handgriffe ist entscheidend.

Wenn man diese geschafft hat, kann man daran arbeiten, die Kugel/ das Gefäß zu öffnen. Immer wieder muss das Glas dafür erhitzt werden, damit es formbar wird. Dazu benutzt man eine skärsax, eine Art Schere, mit welcher die Öffnung der Kugel geweitet wird…Stück für Stück…und immer schön drehen…

Irgendwann „flieht“ dann der Rand von allein. Und wenn man ihn nicht mit nasser Zeitung „bändigt“, entstehen Formen von tiefen Tellern oder eben Schalen.

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Ich habe noch einige Stücke auch mit Farben gefertigt…jo…richtig schief und krumm, teilweise recht dickwandig…aber sie stehen gut auf ihrem Boden – und lassen sich sogar gebrauchen. :D

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Die Gefahr des Zerbrechens ist ja mit jedem Arbeitsgang so wahnsinnig hoch…Und erst, wenn das Stück heil und ohne Sprünge den Abkühlofen verlassen hat, weiß man, ob alles gut ging. Die Phase der Bearbeitung (Schleifen) birgt nochmal Gefahren – aber meine dicken Gläser konnte ich relativ beruhigt und entspannt auf sämtliche Schleifsteine setzen, so es nötig war. Diese Schalen hier mussten lediglich im Bereich des Puntel-Ansatzes bereinigt werden. An der unteren Vase ist das noch nicht geschehen – da „klebt“ noch der Sand dran, der als Trennmittel benutzt wurde.